Stellungnahme von Astroscale zum Update der Best Practices der Space Safety Coalition

Die WeltraumsicherheitskoalitionDie Koalition wurde gegründet, um einen dynamischen Katalog ambitionierter Best Practices für die Sicherheit und langfristige Nachhaltigkeit von Weltraumoperationen zu entwickeln und kontinuierlich zu verbessern. Ihre Mitglieder umfassen ein breites Spektrum an Akteuren aus Industrie und Regierung, darunter Satellitenbetreiber, Hersteller von Trägerraketen und Raumfahrzeugen, SSA-Unternehmen und weitere Interessengruppen, die die Interessen eines großen Teils des globalen Weltraumökosystems vertreten. Diese dynamische Gruppe von Teilnehmern ist die Grundlage für den Erfolg unserer Arbeit. Auch wenn die Konsensfindung anspruchsvoller ist als in kleineren Gruppen oder durch die Verpflichtung einzelner Betreiber, ist unser resultierendes Abkommen dadurch umso tragfähiger. Astroscale ruft alle Akteure der Raumfahrtbranche dazu auf, sich weiterhin in Foren wie der Space Safety Coalition zu engagieren.
Das Tempo und der Umfang der Aktivitäten im Erdorbit sind bereits jetzt nicht mehr tragbar. In den wenigen Jahren seit der Veröffentlichung der ursprünglichen Best Practices der Space Safety Coalition (SSC) im Jahr 2019 ist die dringende Notwendigkeit, weltraumgestützte Kapazitäten zu schützen, deutlich geworden. Obwohl die Aktualisierung der Best Practices für die Nachhaltigkeit von Weltraumoperationen aus dem Jahr 2023 einen bedeutenden Fortschritt für die Sicherheit von Weltraumoperationen darstellt, ist Astroscale der Ansicht, dass einige Elemente darin noch verbesserungsbedürftig sind und nicht uneingeschränkt befürwortet werden können. Astroscale unterstützt dieseaktualisierte Best Practices, mit drei Ausnahmen: Klauseln 5.a., 7.a. und 8.j.
Als bewährte Vorgehensweise sollten Raumfahrzeugbetreiber konkrete und überprüfbare Verpflichtungen eingehen, um dietatsächlich, nicht nur dievorhergesagtDie Anzahl der während des Betriebs entstehenden Schrottobjekte ist zu berücksichtigen. Prozentuale Zielvorgaben für eine erfolgreiche Entsorgung nach Missionsende (gemäß Klausel 5.a) sollten zwar in die Zuverlässigkeitsanalysen des Systems einbezogen werden, die tatsächlichen Einhaltungsraten dieser Prognosen sollten jedoch ebenfalls gewichtet werden. Astroscale unterstützt die Entwicklung verbesserter Überwachungs- und Bewertungsmethoden für die Einhaltung der Entsorgungsverpflichtungen nach Missionsende. Darüber hinaus können statische, prozentuale Zielvorgaben für die Entsorgungszuverlässigkeit, unabhängig von Systemdesign oder -größe angewendet, Betreiber davon abhalten, ihre Entsorgungsplanungsmaßnahmen angemessen an die unterschiedlichen Umweltauswirkungen sich entwickelnder Weltraumsystemdesigns anzupassen. Astroscale hält daher die Verwendung prozentualer Zielvorgaben für die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Entsorgung nach Missionsende für problematisch.allein(gemäß Klausel 5.a) nicht ausreichend zu sein.
Am wichtigsten ist, dass die kurz- und langfristige Nachhaltigkeit von Weltraumoperationen einen umfassenden Ansatz zur Quantifizierung und Begrenzung der von den Betreibern ausgehenden Risiken erfordert. Verlassene Objekte tragen erheblich zum Kollisionsrisiko bei und sind Quellen tödlicher, nicht verfolgbarer (LNT) Trümmer. Astroscale unterstützt die Anwendung vonaggregierte RisikokennzahlenDie Berechnung und Regulierung des Kollisionsrisikos auf systemweiter Ebene ist erforderlich. Daher halten wir die Verwendung von Kollisionsrisikokennzahlen für einzelne Satelliten (wie in den Abschnitten 7.a. und 8.j. beschrieben) für unzureichend.
Auch wenn diese Best Practices letztlich nicht bindend sind, erwarten wir von unseren Partnern, dass sie sie nach besten Kräften umsetzen, genauso wie sie dies auch von uns in unseren Abläufen erwarten können. Wir hoffen, dass branchenweite Praktiken und Verhaltensnormen wie diese künftig in formale Instrumente für eine nachhaltige Weltraumgovernance einfließen werden, beispielsweise in verbindliche nationale Vorschriften, Gesetzgebungsverfahren, Lizenzanforderungen und technische Normungsgremien. Kontinuierliche Verbesserungen dieser Praktiken werden angesichts der Weiterentwicklung des Weltraumsektors auch zukünftig notwendig sein.
Wir freuen uns auf weitere Gespräche und Verhandlungen zwischen den verantwortlichen Betreibern, um gemeinsam den Stand der Technik im Bereich der Weltraumsicherheit zu verbessern. Gemeinsam können wir eine prosperierende und dynamische Weltraumwirtschaft schaffen – für uns und für kommende Generationen.
Lesen Sie die aktualisierten Best Practices der Space Safety Coalition.HierDie
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