Astroscale kündigt Starttermin im März 2021 für die weltweit erste kommerzielle Demonstrationsmission zur aktiven Weltraummüllbeseitigung an
ELSA-d ist die erste Mission, die die Kerntechnologien für das Andocken und Entfernen von Weltraummüll demonstriert – ein wichtiger Schritt zur Erweiterung der Dienste im Orbit und zur Verwirklichung der Vision von Astroscale von einem sicheren und nachhaltigen Weltraum zum Wohle künftiger Generationen.
18. November 2020 – Astroscale Holdings Inc. („Astroscale“), Marktführer in der Sicherung der langfristigen Nachhaltigkeit von Orbitalstationen, gab heute bekannt, dass seine Mission End-of-Life Services by Astroscale-demonstration (ELSA-d) im März 2021 mit einer Sojus-Rakete von GK Launch Services vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan aus starten wird.
„Wir haben den Start nun fest im Blick“, sagt Seita Iizuka, Projektmanager von ELSA-d. „Die öffentliche Bekanntgabe dieses bedeutenden Meilensteins ist das Ergebnis jahrelanger Teamarbeit. Das ELSA-d-Programm demonstriert komplexe und innovative Fähigkeiten, die Satellitenbetreiber bei der Umsetzung ihrer Entsorgungsstrategien nach Missionsende unterstützen und Astroscale als globalen Marktführer im Bereich der On-Orbit-Services etablieren werden.“
Sinkende Start- und Entwicklungskosten für Satelliten, die zunehmende globale Abhängigkeit von Daten aus dem Weltraum und der Aufstieg großer kommerzieller Satellitenkonstellationen haben zu einer rasanten Zunahme der Anzahl von Objekten in der erdnahen Umlaufbahn (LEO) geführt. Diese wachsende Nutzung des Weltraums bringt der Gesellschaft erhebliche Vorteile, erhöht aber auch die Gefahr von Kollisionen oder dem Auseinanderbrechen von Satelliten. Das steigende Potenzial für zusätzliche Weltraumtrümmer gefährdet gegenwärtige und zukünftige Satellitenmissionen und setzt die Abhängigkeit der Gesellschaft von Daten aus dem Weltraum aufs Spiel. ELSA-d wird einen wertvollen Beitrag leisten, indem es ausgediente Satelliten sicher aus der Umlaufbahn entfernt und so die Funktionsfähigkeit der LEO erhält.
Die ELSA-d-Mission demonstriert mithilfe eines innovativen Ansatzes, bestehend aus einem Servicer (ca. 175 kg) und einem Client (ca. 17 kg), die gemeinsam gestartet werden, mehrere dynamisch komplexe Einfangmanöver, die für die Entfernung ausgedienter Objekte aus dem Orbit notwendig sind. Der Servicer ist mit Annäherungstechnologien und einem magnetischen Einfangmechanismus ausgestattet und dockt wiederholt an den Client an, der mit einer ferromagnetischen Kopplungsplatte vorbereitet ist. Astroscale will die für die Weltraummüllbeseitigung erforderlichen Fähigkeiten nachweisen, darunter die Suche, Inspektion und das Rendezvous mit dem Client sowie das Andocken sowohl in stabiler als auch in rotierender Position.
Astroscale wird ELSA-d von Großbritannien aus mit Hilfe des von einem Astroscale-Team entwickelten nationalen In-Orbit Servicing Control Centre (IOCC) betreiben. Das IOCC befindet sich im Satellite Applications Catapult in Harwell, Oxfordshire, und wurde speziell für Satellitenwartungsmissionen entwickelt. „Astroscale UK ist stolz darauf, diese spannende Mission durchzuführen“, sagt John Auburn, Geschäftsführer der britischen Niederlassung von Astroscale. „ELSA-d wird in vielerlei Hinsicht bahnbrechend sein – es wird die erste halbautonome Erfassung eines nicht reagierenden, taumelnden Satelliten demonstrieren sowie die erste Identifizierung eines Satelliten außerhalb des Sichtfelds der Sensoren des Wartungssystems.“
Während ELSA-d vor allem die technischen Fähigkeiten zur Beseitigung von Weltraummüll demonstrieren wird, unterstreicht die Mission auch Astroscales Bemühungen, den globalen Dialog über Richtlinien und die wirtschaftlichen Vorteile des Ökosystems für die Wartung im Orbit voranzutreiben. Mit einem in Japan entwickelten Weltraumsegment, einem Bodensegment in Großbritannien, einem Start aus Kasachstan, Bodenstationen in mehreren Ländern und einem Team aus fünf Ländern verkörpert Astroscale beispielhaft internationale Zusammenarbeit. Darüber hinaus belegen die globale Lieferkette des Unternehmens und die Gespräche mit einer wachsenden Zahl potenzieller Kunden die wirtschaftliche Tragfähigkeit dieses Teils der Raumfahrtwirtschaft.
„Unser engagiertes und leidenschaftliches globales Team freut sich darauf, dem Start von ELSA-d näherzukommen“, sagt Nobu Okada, Gründer und CEO von Astroscale. „Wir stehen am Beginn eines neuen Kapitels in der Wartung von Satelliten im Orbit, und Astroscale ist bestrebt, diesen wichtigen nächsten Schritt zu gehen, um technische Innovationen zu demonstrieren, die Diskussion über internationale Richtlinien voranzutreiben und den wirtschaftlichen Nutzen zu beweisen.“
Zu den zukünftigen Missionen von Astroscale gehören die Phase I des Projekts Commercial Removal of Debris Demonstration (CRD2) der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA, deren Start für Anfang 2023 geplant ist, sowie die erste Plattform des Unternehmens zur Lebensdauerverlängerung von Satelliten in geostationärer Umlaufbahn.
ENDE
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